Thailand II – Ein sonniges Finale

In Krabi begrüßte mich strahlender Sonnenschein- das sah doch schon mal gut aus! Wenn man dem Wetterbericht Glauben schenken wollte, hatte mein Traum vom Sonneninsel- Happy End gute Chancen wahr zu werden! Nach einer Nacht in Krabi lautete das Ziel: Koh Muk, nach allem was ich gehört hatte eine ruhige kleine Insel mit schönen Stränden und friedlicher Atmosphäre – genau das, was mir für meine letzten zwei – drei Wochen auf der Reise vorschwebte. Da die Entscheidung gefallen war, dass ich nicht mehr groß in den Entdeckermodus schalten würde, galt es also nur noch, ein – zwei nette Plätzchen zu finden, an denen ich nochmal bis zum Anschlag relaxen konnte.
Die Anreise auf die Insel war jedoch nochmal eine Herausforderung! Die Rezeptionistin im Hostel hatte mir erklärt, ich müsse nur mit nem Tuktuk zum Busbahnhof, von dort mit dem Bus nach Trang, dort irgendwie zum Pier (hier war ihre Auskunft etwas unscharf) und dann würde bis 16 Uhr stündliche ein Boot nach Koh Muk fahren. Läuft. Oder auch nicht.
Am Busbahnhof hieß es erst mal nur „Full, Full“ dann „wait here“. Als man daraufhin keine weitere Notiz von mir nahm, versuchte ich ein Ticket für einen der Minibusse zu ergattern und es war schließlich nur dank einer anderen, thailändischen Passagierin, dass ich in den mit „Koh Lanta“ beschrifteten Bus überhaupt einstieg, der mich angeblich nach Trang fahren sollte. Bei erneuter Recherche kamen mir arge Zweifel, dass es jetzt zum Beginn der Nebensaison tatsächlich um vier Uhr (denn früher würde ich nach diesen zwei Stunden am Busbahnhof nun wirklich nichts mehr schaffen) noch ein Boot geben sollte- möglich, dass die Sprachbarriere hier ihr Tribut gefordert hatte…

Ankunft in Trang, alles stieg aus. Tuktuk Fahrer näherten sich und netterweise vermittelte mich meine mitreisende Thai an einen, dem sie erklärte, dass ich nach Koh Muk wollte, und der mich daraufhin dorthin fahren wollte, wo der Transfer mit Bus und Boot losgehen würde. Da dies meine beste Option war, stieg ich ein und kurvte in einem winzigen Tuktuk durch die Stadt, bis ich schließlich an einem Reisebüro ankam, wo ich tatsächlich für den gleichen Tag – genauer: in einer halben Stunde – noch ein Ticket nach Koh Muk erwarben konnte. Ich war begeistert! Zwischenzeitlich war ich fest davon überzeugt, dass ich für heute in Trang stranden würde, aber so schaffte ich es tatsächlich noch auf die Sonneninsel!

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Koh Muk

… oder auch Ko Mook gefiel mir auf Anhieb! Mein freundlicher Host holte mich mit seinem Tuktuk vom Boot ab und brachte mich zum Hostel, allerdings waren die Distanzen ohnehin nicht groß! Das Hostel war das einzige seiner Art und überdies ziemlich klein, aber durchaus hübsch. Außer mir war noch genau ein weiterer Gast da – ein wenig Ruhe zu finden sollte also möglich sein! Zum Hostel gehörte auch eine Bäckerei/ Café und zum Frühstück gab es jeden Tag frisch gemachtes Omelette und selbst gebackenes Brot! Die Familie, die den Laden schmiss, wohnte mit im Haus bzw. im Haus gegenüber und alle waren sehr freundlich und herzlich, auch wenn ich bis zuletzt die Verwandtschaftsverhältnisse nicht durchblickt hatte. Von der Oma bis zu fröhlichen Kindern war alles vertreten, und der Host, der mich mit seinem Tuktuk ja bereits vom Boot abgeholt hatte, setzte mich auch sonst gerne mal irgendwo ab. In der Regel war das dann der Charlie Beach auf der anderen Seite der Insel, den ich für den schönsten Strand auf Koh Muk halte: ein sauberer Strand mit schattenspendenden Bäumen in einer übersichtlichen Bucht. Das Wasser war tief genug, dass er bei Ebbe nicht trocken fiel und man immer schwimmen konnte- so ließ es sich aushalten!

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Auf Koh Muk ging, gerade jetzt auf der Grenze zur Nebensaison, alles etwas langsamer zu. Es gab keine Autos, nur Mofas und Tuktuks, die über die engen Sträßchen düsten, und trotz insgesamt einiger Betten gab es zumindest jetzt gar nicht so viele Touristen. Da das Wetter diesmal, wie erhofft, sonnig und schön war, und es im Großen und Ganzen nur abends oder nachts mal regnete war dies der ideale Ort zum versacken! Und das tat ich dann auch! Nach meinem täglichen Omlette-Frühstück brach ich in der Regel zum Strand auf, mal alleine, oft in Begleitung anderer einzelner Reisender, die doch noch im Hostel auftauchten.

Die Top-Attraktion auf Koh Muk war ohne Zweifel die „Emerald Cave“ eine langgestreckte, wassergefüllte Höhle, die man nur vom Meer aus erreichen konnte, und durch die man eine komplett von steilen Felswänden umschlossene Bucht mit kleinem Strand erreichen konnte.
Der beste Weg dort hinzugelangen war mit einem Kajak, dass man sich am Charlie Beach mieten konnte, und diese Tour unternahm ich gemeinsam mit einer anderen Deutschen aus dem Hostel.
Der Eingang zur Höhle war nicht zu verfehlen, da sie auch ein beliebtes Ziel von organisierten Touren ist. Wir mussten uns anfangs sogar eher zwischen den Ketten aus Chinesen mit Schwimmwesten hindurch manövrieren, dann aber umschloss uns plötzlich Finsternis! Das Problem war nämlich, dass der Kajakverleih leider keine funktionierende Lampe mehr hatte! Ein paar andere Touristen hatten unsere Anfrage beim Verleih mitbekommen und erzählten uns, dass sie es vorhin auch ohne Lampe gemacht hätten- kein Problem! Na dann! Ich hatte noch mein Handy in einem (keineswegs wirklich wasserdichten) Ziplock Beutel dabei – das schien wohl mein Schicksal zu sein…!
Während ich also so im Zappendusteren auf dem schaukelnden Kajak saß, und versuchte mit nassen Fingern durch die Tüte das Lämpchen zum Laufen zu bringen, fragte ich mich, ob ich das Schicksal diesmal vielleicht doch etwas zu sehr herausgefordert hatte… Am Ende würden wir orientierungslos durch die Schwärze treiben, uns den Kopf an irgendeinem Felsen anschlagen, vor Schreck kentern und unser ganzes Zeugs in den Fluten verlieren…
Grade als der diffuse Strahl des Tütenhandys wieder Licht ins Dunkel brachte, durchschnitt voraus aber auch die wasserdichte Lampe eines Tourguides das grüne Wasser und wies uns den Weg um die nächste Ecke, von wo aus man die Öffnung zur Lagune schon sehen konnte. Doch noch mal davongekommen – aber spannend war es schon!

Die kleine Lagune war wunderschön! Umschlossen von tropisch bewachsenen Karstfelsen, ein kleiner Strand, Palmen und Bäume! Es war leicht sich vorzustellen, dass dieser Ort früher einmal Schmugglern und Piraten als Versteck gedient hat- dazu war er geradezu perfekt geeignet! Ich habe versucht ein paar aussagekräftige Bilder zu machen, aber eigentlich bräuchte man eine 360° Kamera, um die Schönheit dieses Ortes auch nur ansatzweise einfangen zu können!

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Wir hatten Glück, denn außer uns waren in dem Moment nur noch eine Handvoll anderer Leute da, da eine Tour grade auf dem Weg nach draußen, die nächste jedoch noch nicht eingetroffen war. Doch bald war die Ruhe vorbei, und in langen Ketten kamen zwei große Gruppen durch die Öffnung geschwommen! Das war dann für uns das Signal zum Aufbruch, und mit ein wenig Leucht-Hilfe von ein paar Schnorchlern waren wir zügig wieder draußen!

Im Google-Luftbild hatte ich gesehen, dass es weiter die Küste hoch noch eine kleine Bucht geben musste. Maps.me zeigte auch einen Pfad dorthin quer über die Insel an, und mit einem ziemlich schrottigen Fahrrad, dass mir der Host lieh, fuhr ich soweit der Weg es erlaubte, und schlug mich schließlich zu Fuß auf einem völlig zugewachsenen Pfad durch den Dschungel.

Ich kam mir vor wie bei LOST, als ich aus dem Dickicht schließlich auf den Strand wieder ins Freie trat, und war hoch zufrieden, dass ich offenbar der einzige war, der die Strapazen auf sich genommen hatte – ich hatte die Bucht für mich alleine! Die Szenerie war toll- umrahmt von steilen Felsen, dichter Wald und klares Wasser! Leider war der Strand selber allerdings ziemlich zugemüllt mit Plastik und Styropor, das das Meer angespült hatte. Da hier niemand hinkam um sauber zu machen war das dann wohl der Normalzustand- schon erschreckend! So etwas wie ökologisches Bewusstsein gibt es hier in Thailand nicht, und zu jeder Plastikflasche mit Wasser bekommt man auch noch eine Plastiktüte angeboten!

Dennoch – ich fand ein schönes, unvermülltes Plätzchen und genoss einen absoluten Robinson-Tag, der nur von einem kurzen Smalltalk mit einer Kajak-Touristin unterbrochen wurde.

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Am Charlie Beach gibt es ein schönes Resort direkt an Strand, und da ich vorhatte, mir zum Ende der Reise noch mal ein wenig Luxus zu gönnen, nahm ich mir für drei Nächte einen Beachfront Bungalow mit Klimaanlage! Ein Traum! Von Freitag bis Montag brauchte ich mich nicht mal von meinem Lieblingsstrand wegzubewegen und chillte auch gerne auf meiner kleinen Veranda und schrieb am Blog. Einmal machte ich mit drei Mädels, die ich tagsüber am Strand kennengelernt hatte abends ein kleines Beach Sit-in mit Rum und Cola, ansonsten genoss ich Ruhe und Einsamkeit.

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Die Herrlichkeit fand natürlich dann auch wieder ein Ende, aber das war ok! Da ich noch keinen Grund sah die Insel zu verlassen zog ich zurück ins Hostel und machte mit drei anderen Gästen einen Schnorchel-Ausflug nach Koh Kradan, der Nachbarinsel, was sehr schön war! Zwar kann weiterhin nichts mit Aitutaki konkurrieren, aber dafür konnte man regelrechte Fischschwärme sehen, die sich durchs tiefere Wasser bewegten.

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Nach zwei weiteren Tagen Strand und Sonne war es dann doch an der Zeit, noch einmal die Insel zu wechseln! Ich hatte beschlossen zurück nach Koh Lanta zu gehen, um von dort noch ein paar Tagestrips zu unternehmen.

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Koh Lanta – die Zweite

 

Koh Lanta begrüßte mich mit Gewitter- dankenswerterweise allerdings erst nachdem ich in meinem Hostel eingecheckt hatte. Ich wollte ein neues Hostel ausprobieren, gegenüber dem „Blanco“, wo ich beim ersten Mal war, fiel das „Metallic“ nun allerdings deutlich ab! Ich buchte trotzdem mal zwei Nächte, denn für morgen hatte ich den ersten Tagesausflug gebucht: Phi Phi Islands, wo ich vor allem deswegen hinwollte, da ich den Strand aus dem Film „The Beach“ einmal mit eigenen Augen sehen wollte.

Früh um neun ging es los: mit einem schnittigen Speedboat düsten wir über das zunächst  ruhig daliegende Meer – ohne größere Wellen flogen wir nur so dahin! Das erste Ziel war eine lagunenartige Bucht, in der wir allerdings leider nur einmal mit dem Boot im Kreis fuhren.

Die Szenerie war sehr schön und sah schon sehr nach dem Film aus! In Endeffekt sogar mehr als der eigentliche Drehort: die Maya Bay.

Ich wusste, dass der Strand völlig überlaufen sein würde, allerdings war ich trotzdem etwas geschockt, als wir zwischen den beiden Felsen hindurch in die Bucht einfuhren! Unzählige Boote- und noch viel mehr Menschen! Nichts ließ vermuten, dass dies einst der einsame Traumstrand war, zu dem Leonardo DiCaprio sogar rüberschwimmen musste! Am Strand herrschte hektische Betriebsamkeit. Boote kamen und gingen, denn es gab nicht genügend „Parkplätze“ als dass alle für die Dauer ihres Aufenthaltes am Strand hätten liegenbleiben können. Daher fuhr auch unser Speedboat, nach dem es uns abgesetzt hatte, erst mal wieder ein Stück vom Strand weg und machte Platz für das nächste. Am Strand waren alle bestrebt, irgendwie ein cooles Bild zu machen (…ich natürlich auch), ein Selfie hier, dort räkelte sich ein Mädel im flachen Wasser und natürlich versuchte jeder die ganzen anderen möglichst nicht mit drauf zu haben… ein aussichtsloses Unterfangen! Nach 20 Minuten zogen wir weiter- war wahrscheinlich besser so, denn unser Bootsführer erzählte uns, dass bald die Ausflugsboote aus Phuket da sein würden, und dann sei der Strand erst richtig voll… Tatsache- das wollte ich mir  gerne ersparen!

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Die nächsten Stopps waren dem Schnorcheln gewidmet, was nicht über die Maßen spektakulär war. Zwar gab es ein paar Fische zu sehen, aber das Riff – sofern es denn mal eins gab – war ziemlich tot, und am Monkey Beach gab es nicht mal Monkeys (die wiederum am Strand versteht sich). Mittagessen und etwas chillen an einem eigentlich sehr schönen, aber ebenfalls sehr vollen Strand namens Bamboo Beach, dann ging’s rüber zur eigentlich Hauptinsel Koh Phi Phi Don. Die wiederum ist sehr touristisch überlaufen und steht voll im Zeichen der Hardcore-Party. Da war mir zwar jetzt nicht nach, allerdings ist sie landschaftlich durchaus schön und markant, mit ihren beiden bergigen Landmassen, die durch einen flachen Abschnitt, auf dem die ganzen Hotels und Partyschuppen stehen, miteinander verbunden sind. Gut sehen kann man das von den Viewpoints auf einem der Hügel, allerdings hatte unser Guide auf die in der Gruppe aufkommende Frage, ob man da denn hinkönnte abgewunken und gesagt es wäre nicht genug Zeit. 1 Stunde 40 Minuten – das wollen wir doch mal sehen! So zügig wie der Fuß es zuließ steuerte ich zumindest mal die Treppen an – mal sehen wie lang ich bis dahin brauchen würde. Absolut im Rahmen – also rauf! Diesmal vor allem so schnell wie die Pumpe es zuließ. Im feuchtwarmen Klima erklettert sich sowas (grade unter Zeitdruck) keineswegs von selbst, aber ich beließ es trotzdem nicht bei Viewpoint 1, von dem man durchaus auch schon eine hübsche Aussicht hatte, sondern wollte den real-deal: Viewpoint 2! Also weiter! Und der Aufstieg hat sich gelohnt! Nassgeschwitzt und außer Atem genoss ich ein paar Minuten den Anblick, dann musste ich wieder runter! Vier Minuten vor Abfahrt war ich schließlich wieder am Boot – passt doch!

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Hey Beach!

 

Das Metallic Hostel ging mir auf den Geist, und ich beschloss für die letzten drei Tage ins „Hey Beach“ Hostel umzuziehen, jenes, in dem Lisa und Helen ursprünglich waren, und welches dem Blanco ziemlich ähnlich sein sollte. Tatsächlich gefiel es mir auf Anhieb! Der Strand war gradewegs vor der Haustür, die Dorms hatten Fenster und Dusche und Klo separat – und keine dieser von mir verhassten Klo-Dusch-Kombis, wo man angewidert im Nassen rumsteigt wenn man mal pinkeln muss, und vollgepisstes Klo nicht von Duschwasserspritzern unterscheiden kann/will…
Überhaupt: außer in Hongkong, wo die regelhafte Verwendung von Klopapier anscheinend in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist, fand ich sie überall in den südostasiatischen Klos: die „Bum-Guns“, Wasserschläuche mit Pistolengriff durch dessen Betätigung man Wasser spritzen kann. Abgesehen davon, dass ich persönlich mir keine Art der Anwendung vorstellen konnte, die nicht mit hygienisch äußerst fragwürdigen Kollateralschäden einhergeht, setzte deren Gebrauch durch Andere häufig wiederum die gesamte Klokabine unter Wasser, was letztlich noch um einiges abtörnender ist als das Duschwasser…
Und während ich so vorsichtig versuchte, den Wasserspiegel unterhalb der Oberkante der Flipflop-Sohlen zu halten, fragte ich mich, wie das in einem Land, in dem die meiste Zeit des Tages selbst in der prallen Sonne nix richtig trocken wird, der Weisheit letzter Schluss sein kann…

Gleich in der Nähe gab es am Strand einen Massagesalon, und ich gönnte mir meine tatsächlich bisher einzige Massage in Thailand (was eine Schande ist, angesichts dessen wie preiswert es doch ist). In der untergehenden Sonne ließ ich mich richtig durchkneten und war froh, das Hostel gewechselt zu haben!

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Ko Rok

 

Für den nächsten Tag hatte ich einen weiteren Tagesausflug gebucht, und wiederum früh am Tage fuhr ich mit dem Speedboat nach Ko Rok.
Ko Rok, das sind eigentlich zwei kleine Inseln, zwischen denen ein flacher Kanal liegt, und vor deren Küsten man gut schnorcheln können sollte. Und tatsächlich: das konnte man! Grade beim ersten Spot war das Wasser wunderbar klar, man sah lebendige Korallen und eine Menge Fische und Getier, unter anderem auch den „Christmas-Tree-Worm“. Dieses ulkige Lebewesen wohnt in einer Röhre in der Koralle und es schaut nur ein Teil von ihm heraus, der spiralig gewunden ist, und von dem Tentakel seitlich abstehen, so dass man den Eindruck haben kann, da stünden kleine Tannenbäume auf dem Riff. Kommt man ihnen zu nahe und schnippt zum Beispiel neben ihnen mit den Fingern verziehen sie sich blitzschnell in ihre Röhre und sind verschwunden. Ein lustiger Anblick und man braucht nicht viel Phantasie um zu erkennen, wo James Cameron bei dem Film „Avatar“ die Inspiration für die Szene im Wald, wo Sully die Pflanzen im Boden verschwinden lässt, hergenommen hat.

Der eigentliche Star war allerdings ein anderer: Nemo – unter diesem Namen wird ihn jeder kennen, seit dem Animationsfilm „Finding Nemo“. Wie im Film wohnen die Clownfische in einer Anemone, mit der sie eine Symbiose eingegangen sind, und eine ihrer Aufgaben ist es, potentielle Angreifer zu vergraulen. Kommt man als Schnorchler zu nahe, dann richtet sich die Aufmerksamkeit der Fische auch auf Hände oder Kameras – letzteres führt bisweilen zu guten Fotos!

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Das Bild habe ich nicht selber gemacht, sondern es stammt von der GoPro einer jungen Spanierin, die mit ihrer Mutter und deren besten Freundin unterwegs war. Die drei waren ein lustiges Gespann, und wir hatten uns zusammen mit einem argentinischen Pärchen und einem Urlaub-machenden Thai in den Bug des Bootes zurückgezogen (bester Platz), während eine lärmende Gruppe von Chinesen das übrige Boot beanspruchte. Wie so oft konnten sicher die meisten von denen gar nicht schwimmen und alle gingen mit Schwimmwesten ins Wasser. Das war auch besser so. Ich hatte beim Schnorcheln natürlich etwas Abstand von der kreischenden, strampelnden Gruppe gesucht, und schnorchelte so friedlich vor mich hin, als mir eine einzelne Chinesin auffiel, die abseits der anderen ebenfalls strampelnd in ihrer Schwimmweste hing. Da „schnorcheln“ bei etwa 80% von denen so aussah dachte ich mir zunächst nichts weiter dabei, und auch das Tragen von Schnorchel und Brille in der Hand statt auf dem Kopf ist per se kein ungewöhnlicher Anblick. Als ich aber selber mal auftauchte um Wasser aus meiner Brille zu lassen rief sie mich: „Hello…help!“. Ich also hin: „Alles klar?!“ – „Nein – hilf mir!“ – „Ähm- kannst du eigentlich schwimmen?!“ – „Nicht so richtig“ – „warum benutzt du Schnorchel und Brille nicht?“ – „Die Brille war beschlagen“. Aha.  Als ich näher kam versuchte sie sich an mir festzuhalten, was bekanntlich keine gute Idee ist, da es den Helfer selber in die Bredouille bringen kann, daher einigten wir uns darauf, dass ich sie zurück zum Boot eskortierte, sie aber selber würde strampeln müssen. So geschehen, und erleichtert klammerte sie sich schließlich an ein Seil am Boot… jeden Tag ne gute Tat!

Nach einem leckeren Lunch relaxten wir erst mal ne Weile an einem schönen Strand mit feinem weißen Sand und türkisfarbenem Wasser, und ich zog mir einen Sonnenbrand zu, da die frisch erstandene Thai-Sonnenmilch nicht wasserfest war… Thank you for nothing!

Nach weiteren Schnorchelstops ging es schließlich zurück nach Koh Lanta und ich war hoch zufrieden- das war ein schöner Tag!

Mit netten Leuten aus dem Hostel verbrachte ich den letzten Tag entspannt am und um den „Hausstrand“ und eh ich mich versah saß ich auf gepackten Koffern und wartete auf meinen Transfer zum Flughafen. Surreal! Schade und schön zugleich, lange gefürchtet und zuletzt auch irgendwie doch freudig erwartet – der Tag war gekommen: es ging nach Hause! Froh und dankbar war ich, für all das was ich gesehen und erlebt hatte. All die tollen Menschen die ich getroffen hatte, von denen viele meine Reise zu etwas ganz Besonderem gemacht haben – sie mit zu dem gemacht hatten was sie war: großartig.
Ich genoss die letzten Stunden und freute mich! Freute mich über ein tolles, Sonneninsel-Happy End für die Reise, das gleichzeitig tiefenentspannend aber auch von schönen Thailand-Eindrücken und netten Begegnungen geprägt war, und – freute mich auf zu Hause.

Good Bye Südostasien – mein Besuch war kürzer als geplant, aber: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben!

„… ich komm wieder – keine Frage!“

 

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