East-Coast Explorations

„How are you gonna pay for all that, sir?“ich

Wer schon einmal in die Vereinigten Staaten eingereist ist, der weiß: hier der Wind anders als in Deutschland. Hier steht keiner Fähnchen-schwenkend mit feuchten Augen am Bahnhof- hier warten knallharte Officers der ‚US Customs and Border Protection‘, und mit denen ist nicht zu spaßen. ESTA Visum hin oder her, wenn’s blöd läuft hat man hier ne Menge Ärger. Eine junge Französin, die ich in New York treffen sollte erzählte mir, sie habe fröhlich und völlig unbedarft erzählt, dass sie erst drei Tage vorher das Ticket gekauft habe, nicht genau wisse wo sie sich genau aufhalten würde und dass sie freilich keinen Job hätte, schließlich sei sie Studentin. Daraufhin wurde sie in ein Verhörzimmer gebeten wo sich nochmal intensiv befragt wurde. Man durchwühlte ihre Tasche und guckte ihr Handy durch. Natürlich war alles auf Französisch- bis auf ein Whatsapp Chat mit einer Freundin aus Portugal, wo sie im Sommer in einem Hostel gearbeitet hatte. Dazu wurde sie dann nochmal ausgehorcht…

Mein Gespräch verlief glimpflicher. Dennoch hat man irgendwie ein schales Gefühl, wenn man dann mal drin ist. Kar, ich wusste um die Situation, doch ich beschloss dennoch bei der Wahrheit zu bleiben, und erzählte dem Officer, dass ich eine Weltreise mache. „You took some time off?“ –„ no- I quit my job.“ … „You quit your job?!… so how are you gonna pay for all that, sir?“. Glücklicherweise ließ er sich mit dem Verweis auf Rücklagen zufriedenstellen, hinterher hatte ich jedoch das Gefühl, es wäre wohl sicherer gewesen, eine weniger radikale Variante der Wahrheit zu wählen…

Etwas übernächtigt kam ich schließlich in Boston an. Scheinbar ist es nicht sehr verbreitet, Boston als Backpacker zu besuchen, zumindest gibt es lediglich drei Hostels im Stadtgebiet, von denen nur eines zentral liegt (was selbstverständlich zum Zeitpunkt meiner Buchung bereits ausgebucht war) und die alle ziemlich teuer sind. Meine Unterkunft lag also nördlich, ca. 15 min mit der Metro von allem was interessant ist, und überdies noch eine kurze Shuttlebusfahrt von der Metrostation weg. Da selbst diese Unterkunft für eine eventuelle dritte Nacht bereits ausverkauft war, buchte ich zunächst nur zwei Nächte. Dies bedeutete, dass ich meinen Ankunftstag ebenfalls nutzen musste! Obwohl etwas geschafft machte ich mich also auf in die City und folgte mit anderen Leuten aus dem Hostel dem „Freedom Trail“, einer roten Linie im Boden, die an einer Menge geschichtsträchtiger Orte entlang führt. Einer der ersten Stops war das Parlamentsgebäude mit der goldenen Kuppel, wo wir auch gleich eine sehr kurzweilige Führung mitmachten.

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Weitere wichtige Orte im Zusammenhang mit dem Civil War und der amerikanischen Unabhängigkeit sollten folgen. Am nächsten Tag sah ich mir die Harvard University an und machte nachmittags eine so genannte DUCK Tour mit. Mit Amphibienfahrzeugen ähnlich denen, die zur Zeit des Zweiten Weltkrieges gebaut wurden, macht man eine sehr unterhaltsame Stadtrundfahrt- zu Land und zu Wasser!

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Nach diesen zwei Tagen hatte ich eigentlich auch das Gefühl alles Wichtige soweit gesehen zu haben, daher verlängerte ich meinen Aufenthalt nicht, sondern fuhr tags drauf mit dem Bus nach:

 

New York City

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Lange ist es her, dass ich das letzte Mal hier war! Genau genommen war es 2003 mit dem Schulchor. Seit dem hatte sich doch einiges am Stadtbild verändert. Einige neue Wolkenkratzer sind nun Teil der Skyline, nicht zuletzt der neue Turm des ‚One World Trade Centers‘, der das höchste Gebäude der Stadt darstellt. Die ‚Stadt die niemals schläft‘ ist offenbar auch immer ein Stück weit im Wandel.
Was die Unterkunft betrifft kam es zu einer glücklichen Fügung, denn mit Lena, die vor einigen Jahren hierher gezogen ist, und nun mit ihrem Mann Drew in Manhattan lebt und arbeitet, kannte ich eine echte New Yorkerin. Die beiden haben mir angeboten in ihrer Wohnung unterzukommen, während sie selber eine Woche im Urlaub sind. Das Ganze war durchaus eine Win-Win Situation, denn in der Wohnung lebt auch noch Kater Hugo, und mein Teil des Deals war es, diesen zu verpflegen.
Um jedoch nicht alleine eine Woche durch Manhattan zu irren, habe ich mich für die ersten drei Nächte im HI Hostel einquartiert. Der aufmerksame Leser wird wissen, dass ich zu diesem Zeitpunkt immer noch nicht im Besitz einer HI-Mitgliedschaft war… doch ich beschloss (die Zeichen der Zeit schließlich doch erkennend) das nun zu ändern! Das Hostel war ziemlich groß, was zwangsläufig zu einer gewissen Anonymität führt, allerdings wurde jeden Tag Programm angeboten, welches  dann auch entsprechend gut besucht war! Gleich am ersten Tag machte ich also die Central-Park-Walking-Tour mit Bob mit. Bob war ein netter Pensionär, der viele interessante Dinge zu erzählen wusste, und ehrenamtlicher Mitarbeiter einer Organisation ist, die mit privaten Spendengeldern den Großteil der Pflege und Instandhaltung des Parks bestreitet. Die Stadt gibt nur ein bisschen was dazu- auch in NY sind öffentliche Gelder knapp. Interessant zu wissen ist in diesem Zusammenhang, dass sich in New York innerhalb der letzten 40 Jahre einige Dinge grundlegend verändert haben. In den 70er Jahren gab es eine große Krise, wo aufgrund leerer Stadtkassen und hoher Arbeitslosigkeit viele Parks und öffentliche Einrichtungen völlig verkamen und teilweise zur No-go Area wurden. So auch der Central Park, und es hat eine Menge Geld und Einsatz engagierter Menschen gekostet diese Entwicklung wieder umzukehren, worauf die Foundation zu Recht stolz sein kann!

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Auf der Tour habe ich unter anderem Selim kennengelernt, einen ehrgeizigen marokkanischen Medizinstudenten, dessen Hauptgrund für den NY-Besuch war, Kontakte mit Professoren und Chefärzten zu knüpfen, da er eine Karriere in den USA anstrebt. Vor allem mit ihm bin ich die nächsten Tage also durch die Stadt gezogen, und wir haben einige der Highlights zusammen abgeklappert, wobei ich versucht habe, insbesondere Sachen zu machen, die ich beim letzten Mal noch nicht gesehen hatte. Dazu zählte vor allem die Freiheitsstatue! Dort wollte ich schon lange hin, allerdings musste ich leider feststellen, dass ein Besuch in der Krone nur mit Reservierung möglich ist, die ca. drei Monate im Voraus ausgebucht ist! Somit bin ich nur bis auf das Podest vorgedrungen, was jedoch schon eindrucksvoll genug war. In dem massiven Sockel unter der Statue ist ein interessantes Museum zu ihrer Geschichte untergebracht und die Skyline ist von Liberty Island ebenso faszinierend wie von der Staten Island Ferry, die kostenlos zwischen Manhattan und Staten Island verkehrt.

Mein persönliches Highlight war wohl aber letztenendes der Besuch auf ‚Top of the Rock‘, der Aussichtsplattform oben auf dem Rockefeller Center. Bei meinem letzten Besuch war ich auf dem Empire State Building, was super war, allerdings hat es einen klaren Nachteil: man sieht es dann natürlich nicht in der Skyline… 30 Rock ist zudem näher am Central Park und bietet einen genialen Blick über diesen, sowie über Downtown. Wir hatten unseren Besuch so getimed, dass wir während des Sonnenunterganges oben waren (man darf so lange bleiben wie man möchte), und das war auf jeden Fall die Prime-Time! Tolle Aussichten in der Abendsonne, und die Lichter der Stadt wenn es dunkel wird- meiner Meinung nach eines der sehenswertesten und „typischsten“ New York Erlebnisse überhaupt. Dort oben hat sich auch noch einmal bewiesen, wie klein die Welt doch ist: einen Schritt zurück nehmend trat ich jemandem auf den Fuß, und als ich mich entschuldigend umwandte war es- Jasper, ein Holländer, den ich aus dem Hostel in Boston kannte. Ich wusste zwar, dass er auch nach NY wollte, und wir hatten auch ins Auge gefasst mal ein Bier zu trinken, aber im Endeffekt war es der Zufall, der dieses Treffen einleitete. Abends schlossen wir uns dann also dem Pubcrawl vom Hostel an, und nahmen somit auch ein wenig New Yorker Nachtleben mit.

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Mit dem Hostel unternahm ich an einem Sonntag eine Walking Tour durch Harlem. Der Tourguide Ewan kassierte von jedem Teilnehmer 10 $ bar Kralle, was ein hübsches Sümmchen ergeben haben dürfte, angesichts der Anzahl der Teilnehmer. Ewan selbst war durchaus etwas schräg, so trug er bei der Harlem Tour exakt das selbe durchgewetzte Hemd und die selbe ausgebuffte Jeans, wie bei der Greenwitch Village Tour drei Tage zuvor, und angesichts seines übrigen Erscheinungsbildes war die Frage durchaus berechtigt, ob er seine Kleidung zumindest zwischendurch mal abgelegt hatte…

Die Harlem Tour begann früh und endete am späten Vormittag mit dem Besuch eines Gospel-Gottesdienstes. Das war schon stark-  es gab sehr viel Musik und der stimmgewaltige Chor hat richtig Gas gegeben. Im Anschluss daran habe ich mir, wie auch schon beim letzten Besuch, noch einmal das Natural History Museum angeguckt, welches sicherlich eines der lohnendsten Museen überhaupt ist! Die einzelnen Ausstellungen sind hervorragend gemacht, und es ist wirklich ausgesprochen groß- man könnte hier locker mehrere Tage verbringen, wenn man sich alles in Ruhe ansieht. Wie alles in New York, ist auch der Eintritt für die Museen eher teuer und schlägt für einen „normalen“ Eintritt ohne „Schnickschnack“ wie Sonderausstellungen, IMAX – Film oder Planetarium mit 23 $ zu Buche. Allerdings gilt für fast alle Museen in New York (und das wissen scheinbar die wenigsten), dass der überall angegebene Eintrittspreis lediglich eine Empfehlung ist, und man eine normale Admission auch gegen eine Spende in beliebiger Höhe erhalten kann. Das klingt doch schon eher nach Backpacker-kompatibel, und fünf Dollar für drei Stündchen Museum sind auch ein absolut vertretbarer Preis, wie ich finde…

 

Auf dem Weg zurück in die Wohnung schaute ich noch in einem Barbershop, der von russischen Juden geführt wurde, vorbei. Ein Haarschnitt war dringend nötig, und dies ein durchaus originelles Erlebnis! Kurzes Missverständnis über die Einstellung des Rasierers, und zack: 5 statt 18 mm an den Seiten und hinten, womit ich im Endeffekt aber sehr zufrieden war! Zum Abschluss wurde noch der Nacken mit dem Rasiermesser ausrasiert- auch noch nie gehabt!

Eine neue Sehenswürdigkeit, die es damals so noch nicht gab, ist die ‚Highline‘. Eine alte Hochbahntrasse ist zum Spazierweg mit Park inmitten der Straßenschluchten ausgebaut worden, was bisweilen ein interessanter Kontrast ist.

Der Time Square ist noch verrückter als beim letzten Mal, und quasi ein einziger großer Fernseher, aus dem von allen Seiten Werbung auf einen einhämmert! Die Massen schieben sich über den Gehsteig, und mittendrinn ein Kuriositätenkabinett aus Superhelden, halbnackten Frauen und Männern, die für einen „Tip“ für ein Foto posieren. Das albernste war ein Lamborghini mit einem Fernseher auf dem Dach, in dem die ‚Stars and Stripes‘ Flagge wehte, und in den man sich für zwanzig Dollar mal kurz reinsetzen, ein Foto machen, und wirklich ganz kurz mal das Gaspedal im Leerlauf antippen konnte. Offenbar eine Marktlücke, das einfältige Publikum bildete begeistert eine Traube und selbst zwei Polizisten setzten sich mal rein… da kommt man schon ins Grübeln!

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Überhaupt herrscht in NY einfach ein hohes Hintergrundrauschen an Verrücktheit und eine starke Präsenz von ausgesprochen schrägen Gestalten. Ich nehme an, wenn man wirklich dort wohnt nimmt man das wahrscheinlich nach einer gewissen Zeit überhaupt nicht mehr wahr, aber als frisch eingetroffener Tourist empfand ich es als kurios, erstaunlich und bisweilen schlichtweg als nervig. In dieser Stadt prallt irgendwie alles aufeinander. Sehr, sehr viel Geld und unbegrenzte Möglichkeiten auf der einen Seite, und Armut und gescheiterte Existenzen auf der anderen Seite. Offenbar hat die amerikanische Gesellschaft für den letzteren Fall einfach keinen Plan B- das ist bitter, und erinnert mahnend daran, wie gut wir es mit unserem Sozialstaat haben (…Verteilungsgerechtigkeit vorausgesetzt). Trotzdem ändert es nichts daran, dass die hohe Zahl an Bettlern und Pennern, die teilweise schreiend durch die Metrowaggons ziehen, einfach unangenehm ist! Überhaupt die Metro: es kann vorkommen, dass ein Verrückter einsteigt und laut palavernd den ganzen Wagen unterhält. Je nach dem schwankt das dann zwischen schräg und nervtötend.
Geht von „Gangsta-Rappern“ für wohlhabende, weiße, deutsche Vorstadtkinder anscheinend die Faszination des gesetzlosen Rebellen aus, der mit Scheiße Geld verdient und einen irgendwo abstrakten Idolcharakter hat, und dem man am besten durch Kauf von Tonträgern und teuren Szeneklamotten Huldigung erweisen kann, gibt es in NY (und anderen amerikanischen Städten) durchaus eine fühlbare Straßenpräsenz derer, die diesen Lebensstil wohl pflegen (oder daran arbeiten). Sehr befremdlich und definitiv nicht erstrebenswert! In den Gesichtern der vielen „Normalos“, die hier durch ihren Alltag hetzen, sieht man jedoch, dass sie sich längst angepasst haben an den Vibe dieser Stadt, die eben nicht nur schön ist, sondern auch ganz schön hässlich sein kann!

An meinem letzten Abend in der Stadt kamen dann auch Lena und Drew aus dem Urlaub zurück, und es war sehr schön, sich nach nun auch schon längerer Zeit doch noch persönlich zu treffen und ein bisschen „upzucatchen“! Tags darauf hieß es dann Abschied nehmen von dieser verrückten, aufregenden Stadt, denn das nächste Ziel war

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In Washington hatte ich ein verhältnismäßig preisgünstiges Hostel im Viertel „Adams Morgan“ gebucht, welches sich hochtrabend als „Washington International Student Center“ bezeichnete. In der Metro dorthin lernte ich schon mal meinen Buddy für die nächsten zwei Tage kennen, den Engländer Damian, der ebenfalls alleine unterwegs war, und dadurch auffiel, dass er seinen (vor allem für seine schmächtige Statur) viel zu schweren und großen Rucksack mit einem Rollwägelchen nachgerüstet hatte. Das Hostel war in den oberen zwei Stockwerken über einer Bar untergbracht, und der Eingang durchaus leicht zu übersehen. Insgesamt eher der Kategorie ‚einfach‘ bis ‚ranzig‘ zuzuordnen, war das „International Student Center“ ein Sammelbecken für mehr oder weniger Reisende aller Couleur. Mehr oder weniger reisend deshalb, da einige durchaus länger dort wohnten. So zum Beispiel die Dame mittleren Alters, die recht eloquent redete und zu jedem Thema einen persönlichen Bezug herstellen konnte. So hatte sie anscheinend bereits in diversen Ländern gelebt, war in vielen Sprachen bewandert und war persönlich bekannt mit Hillary und Bill Clinton. Der Grund ihres prolongierten Aufenthaltes bestand ihrer Auskunft nach in einer kostspieligen stattgehabten operativen Behandlung (ein Hoch auf unser Gesundheitssystem… trotz aller Mängel), für die sie Ihr Haus verkaufen musste und jetzt etwas Geld sparen will um bald wieder eine Wohnung kaufen zu können. Ihre Kinder leben und studieren übrigens im Ausland. Anderntags war die Dame weniger souverän und wirkte eher etwas fahrig, und pflegte fluchend ihre Feindschaft mit einem anderen Dauergast, der etwas anstrengenden jungen Afrikanerin Lou, die für irgendein Uni/United Nations Agrar Research Project eine Weile hier in Washington war. Lou war für sie ein rotes Tuch, was nicht verwundert, schließlich war es Lou, die die Besitzer des geklauten Iphones verständigt hatte, welches die Dame wohl einige Wochen zuvor unten in der Bar hatte mitgehen lassen.

Nach dem der Besitzer des Hostels aufgrund fraglicher Zahlungsfähigkeit mit dem Sohn der Dame telefoniert hatte wurde klar, dass sie wohl serious mental health issues hatte, und eigentlich in Therapie gehört, stattdessen aber ihr Haus verkauft hat und das Geld in teuren Hotels durchgebracht hat…
Steve, der Owner, war wiederum selber ein ziemlich schräger Vogel. Da er es vorzog, seine gesamte Buchführung tatsächlich in einem Buch zu machen, kam die Klärung der Frage, ob denn in den zwei Nächten, um die ich meinen Aufenthalt gerne verlängern wollte noch ein Bett frei wäre, einem mittleren Verwaltungsakt gleich, der ihn sichtlich mitnahm.

Washington selbst ist auf jeden Fall ein lohnendes Ziel. Man kennt es ja von Bildern oder aus dem Fernsehen: entlang der riesigen „Central Mall“, einer ausladenden Grünfläche, reihen sich Regierungsgebäude, Monumente und Museen. Als erstes gingen Damian und ich natürlich zum Weißen Haus. Eine Besichtigung hätte allerdings wiederum eine Reservierung Monate im Voraus bedeutet, daher blieb es für uns bei der Außenansicht. Macht nix- Obama war eh im Urlaub, und wenn dann hätte ich schon das „Shake-Hands-with-the-President-Paket“ buchen wollen… Das Capitol konnte man auch so besichtigen (freilich nicht mit Sonnencreme im Rucksack, daher musste Damian die im Gebüsch verstecken), und auch die „Library of Congress“, die durch einen Tunnel mit dem Capitol verbunden ist. Von fast überall sichtbar steht mitten auf der Mall der riesige Obelisk, das „Washington Monument“. Kann man wohl auch rauf, war allerdings geschlossen. Ein weiteres Pflicht-Sight ist natürlich das „Abraham Lincoln Memorial“ am Ende des Reflection Pools. Überlebensgroß sitzt Herr Lincoln hier in seinem Sessel und blickt über die ganze Mall bis zum Capitol. Überhaupt, man hat das ganze so oft in irgendwelchen Filmen gesehen, dass es einem scheint, als würde sich jeden Moment der Schatten des Raumschiffs aus Independence Day über die Stadt legen oder man einen beliebigen Protagonisten beim Joggen um den ‚Reflection Pool‘ treffen würde. Von der Übernahme des Weißen Hauses durch ausländische Söldnereinheiten noch gar nicht gesprochen…

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Weniger augenfällig aber mindestens so interessant sind die verschiedenen Museen der „Smithonian Institution“. Hier gibt es unter anderem ein Naturkundemuseum, ein Museum zur amerikanischen Geschichte und – mein unbestrittener Favorit: das „Air and Space Museum“. Allen Museen gemein ist, dass sie ausgesprochen gut gemacht sind und es eine Solche Menge an interessanten Dingen zu sehen gibt, dass ein Tag pro Museum kaum ausreichend ist. Das beste jedoch: sie sind allesamt kostenlos! Ein tolles Konzept! Wissen um Technik und Geschichte ist jederzeit für jedermann Zugänglich und kann somit auch einfach mal häppchenweise zwischendurch konsumiert werden.

Ich habe dort für die nächsten Wochen erst mal meinen Museumsbedarf gedeckt und habe quasi drei Tage in Folge dort verbracht-  davon anderthalb im Space Museum. Da ich ja auf jeden Fall ein Fable für SciFi und Weltraumforschung gab es hier für mich eine Menge zu entdecken-  wenn man reinkommt steht man erst mal vor dem Lunarmodul der Apollo Mission! Außerdem gab es ein IMAX 3D Kino, welches supermodern und nicht zu teuer war- das habe ich mir dann auch zweimal gegeben…

Ansonsten war es langsam allerhöchste Zeit mal Nägel mit Köpfen für den nächsten Reiseabschnitt zu machen, und am 27. August hieß es dann in aller herrgottsfrühe Abschied-nehmen vom „Washington International Student Center“.

Auf an die Westküste zur nächsten Etappe: San Francisco und der Road-Trip durch Kalifornien, Arizona und Utah. Aber davon beim nächsten Mal mehr!

 

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