California Cruising

…be sure to wear some Flowers in your Hair…

Vier große Städte in Folge- und das, obwohl ich eigentlich gar kein großer Städtereisender bin… Von der East Coast nun also direkt an die West Coast nach San Francisco.

Sei es das Bahnhofs-Schild der Playmobileisenbahn zu Kindertagen, später der „Full House“ Vorspann im Fernsehen oder das Skyline-Poster, das seit langem in meiner Wohnung hängt – diese Stadt, dieser Name hatte für mich schon immer etwas faszinierendes. Ein Hauch von Fernweh und verblichener Hippie-Romantik,  die goldenen Sonne von Kalifornien und natürlich die große Golden Gate Bridge- es war an der Zeit das alles mit eigenen Augen zu sehen!

img_1849Mein Plan sah vor, dass ich vier Nächte in San Francisco bleibe und dann meinen Roadtrip durch Kalifornien, Arizona und Utah starte. Kaum im Hostel angekommen, lernte ich Elisabeth aus Dänemark kennen und gemeinsam erkundeten wir zunächst ein wenig die Umgebung. Vorbei am Trans-Am-Building, das in Form einer schlanken Pyramide gebaut eines der markantesten Gebäude der Stadt ist, gingen wir zur Fishermen‘s Wharf und dem Pier 39. Hier reihen sich Fressbuden, Bars und Souveniershops aneinander und die Seehunde liegen auf eigens ausgelegten Pontons in der Sonne und bellen. Während einige möglichst regungslos vor sich hin braten sind andere etwas rastlos und möchten im Grunde genau da liegen, wo grade ein anderer Seehund liegt (obwohl grundsätzlich mehr als genug Platz für alle wäre. So ergibt sich ein unterhaltsamer Zyklus aus raufkletternden Seehunden auf der einen Seite des Pontons und herunterfallenden Seehunden auf der anderen Seite.
Alles in allem ein lohnender touristischer Brennpunkt und wirklich nett gemacht.

 

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Außerdem gibt es ein Schifffahrtsmuseum, in dem unter anderem ein großes, altes Segel-Frachtschiff liegt sowie ein alter Schaufelraddampfer, der als Fähre in der Bay gedient hat. Man durfte überall drauf- und reingehen und aus Gründen, die ich im Endeffekt nicht so ganz verstanden habe, mussten wir auch keinen Eintritt bezahlen.

Für die nächsten Tage hatte ich mir ein 48h Ticket für die Hop-on-Hop-off Busse gegönnt. Eigentlich wollte ich das mit Elisabeth zusammen machen, doch wir hatten uns durch den Umstand, dass ich (geplant) nach einer Nacht in ein (deutlich) besseres Hostel umzog, in dem die erste Nacht nicht buchbar war, zunächst aus den Augen verloren. Daher begann ich meine Tour Tags darauf zunächst alleine. Da ich allerdings recht viel Zeit an der Golden Gate Bridge verbrachte, saßen wir plötzlich doch beide im Bus nach Sausalito, einem hippen Strandstädtchen jenseits der Brücke und verbrachten den Rest der Tour gemeinsam.

Die Brücke

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Die Golden Gate Bridge ist definitiv das, was mir in San Fran am besten gefallen hat. Man hat sie ja so oft schon gesehen- im Fernsehen, auf Bildern… aber dann selbst davor zu stehen war schon ein besonderer Moment! Oft ist sie wohl eingehüllt in den Nebel, der vom Meer in die Bucht zieht, und dann bisweilen kaum zu erkennen. Ich hatte jedoch Glück! Wie man mir mehrfach versicherte war es seit 6 Wochen nicht mehr so schönes Wetter wie zum Zeitpunkt meines Besuches, und die Brücke zeigte sich in ihrer ganzen Pracht! Mit der Bus-Tour fuhren wir hinüber auf die andere Seite und im offenen Oberdeck wurde es dann ganz schön zugig – war aber ein tolles Gefühl!
Sausalito war ganz hübsch anzusehen, das besondere hier ist allerdings in erster Linie der Blick über die Bay und auf die Skyline von San Francisco. Der ist teuer zu bezahlen- die Immobilienpreise sind schwindelerregend und der ein oder andere Hollywoodstar leistet sich hier wohl ein Häuschen.

 

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An den beiden Tour-Tagen arbeiteten wir dann also alle bekannten Sehenswürdigkeiten ab. Dazu gehört natürlich auch die Lombard Street, jene steile und kurvenreiche Straße, die ebenfalls ein klassisches Postkartenmotiv ist. Je nach Verkehrsaufkommen steht man auf der anderen Seite des Hügels schon mal 1-2 Stunden in der Schlange, wenn man die Straße selbst mit dem Auto befahren möchte. Ein weiteres Highlight sind die „Painted Ladies“, eine Gruppe von Häusern im Viktorianischn Stil in einer Straße am Hang. Schön in Stand gehalten bietet sich mit der Skyline von Downton im Hintergrund ein tolles Bild, das zudem wohl jedem jungen Menschen meiner Generation sehr vertraut ist: hier wohnt die Familie in der Serie „Full House“ und die „Full House Houses“, wie sie auch genannt werden, sind immer wieder zu sehen. Leider ist der Park gegenüber seit Monaten eine chaotische Baustelle, so dass es schwierig war, ein richtig gutes Bild aufzunehmen- zum Wiedererkennen reicht es aber auf jeden Fall! Auch in anderen Sträßchen gibt es schöne alte Häuser- mal mehr, mal weniger gut in Schuss.

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San Francisco ist ja eine Stadt der Hügel, und je höher man kommt, desto nobler wird es in der Regel. Die Straßen sind teilweise ausgesprochen steil und die Anwohner sind angehalten ihre Autos quer zum Hang zu parken, was teilweise ganz schön abenteuerliche aussieht und insbesondere im Fall von Minivans und anderen höheren Fahrzeugen eine belastbare Kenntnis des Schwerpunktes empfehlenswert erscheinen lässt!

 

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Die Hügel `rauf und runter fährt das historische Cable Car- wiederum ein vertrautes Bild. Da ‚mal eben‘ mit zu fahren ist gar nicht so einfach, denn an der Start und Ziel Haltestelle sind lange Schlangen. An einem Spätnachmittag jedoch habe ich einen guten Moment abgepasst und fuhr also einmal quer über die Hügel von der Station ‚Powell and Market‘ bis zur Fisherman‘s Wharf und zurück. Natürlich auch mal ‚außen dran‘, also auf dem Sims stehend. Das war auf jeden Fall ein weiteres Highlight und eine sehr authentische Erfahrung! Beim Warten auf der Wharf-Seite gab es einmal mehr einen tollen Ausblick auf die Brücke und das Golden Gate im tatsächlich ziemlich goldenen Abendlicht!

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Entlang der Haight Street zieht sich das alte Hippie-Viertel, und hier gibt es einige esoterische Läden und mindestens so verstrahlte Gestalten. Auch coole Second Hand Geschäfte, die im großen Stil echte Klamotten aus vergangenen Epochen verkaufen, und wo man sich mit dem nötigen Kleingeld zum Beispiel als Gentleman aus den 50ern oder Blumenkind der 70er ausstatten lassen kann. Die Straßenecke ‚Ashbury und Haight‘ schließlich ist der Dreh-und Angelpunkt der alten Hippie-Zeiten. Leider ist San Francisco auch die Hauptstadt der Homeless People (…“got some change, Mista?…“) und hat durchaus ein ordentliches Verbrechensproblem und einige zwielichte Gegenden, von denen manche nach Einbruch der Dunkelheit schlichtweg zur no-go Area werden. Ich habe noch gut in Erinnerung, was mir mein Erasmusfreund Dieter sagte, als ich mal vor Jahren bei langem Layover im Flughafenhotel übernachtete. Er machte ein Praktikum in San Fran und kam mich abends für zwei Stündchen besuchen- länger ging nicht, denn die U-Bahn Station an der er in der Stadt wieder raus musste war ab 22 Uhr schlichtweg zu gefährlich. Apropos- die Gefängnisinsel Alcatraz ist ja heute ein Museum- leider war für die Tour jedoch eine lange Voranmeldung nötig, so dass ich die Besichtigung wohl aufs nächste Mal verschieben muss. In die Nähe der Insel kam ich trotzdem: Mit einer großen Gruppe aus dem Hostel nahm ich an einer Fahrradtour teil. Die führte mich auch wieder über die Golden Gate Bridge und ich bin noch weiter zu einem tollen Viewpoint raufgeradelt (was durchaus schweißtreibend war). Die Aussicht war jedoch unvergleichlich! Auf dem Rückweg nahm ich dann die Fähre von Sausalito aus über die Bay, und fuhr dicht an Alcatraz vorüber.

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Teil des Bus-Tour Paketes war auch eine Night-Tour, die startete allerdings bereits gegen halb sieben und wir erreichten sie nur mit hängender Zunge nach unserer Day-Bus Tour. Zum Glück hatte ich noch warme Sachen eingepackt, denn ist es schon tagsüber ohne Sonne oft kühl, so wird es nachts empfindlich kalt. Insbesondere im offenen Oberdeck des Busses und während ich im Grunde mit Jacke, Pulli und Fleece immernoch fror konnte ich nur aufrichtiges Mitleid empfinden für den Typen, der allen erstes im T-Shirt zur Tour gekommen war…! Highlight der Nacht-Tour war die Fahrt über die Oakland Bay Bridge nach Treasure Island, von wo aus man einen tollen Blick auf die nächtliche Skyline hatte. Leider hatte sich meine Kamera akkutechnisch bereits abgemeldet, darum konnte ich nur ein paar Bilder mit dem Handy schießen.
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Roadtrip

Nach vier Tagen San Francisco holte ich am Flughafen meinen Mietwagen ab- als nächstes standen 18 Tage Roadtrip auf dem Programm. Das klingt zunächst nach viel, allerdings kann das angesichts der großen Entfernungen auch in Stress ausarten, wenn man das Programm so voll packt wie… sagen wir… ich!
Ich wollte zunächst in den Yosemite Nationalpark und hatte mich daher für zwei Nächte in ein Hostel in Groveland, einem kleinen Gateway Örtchen, einquartiert. Bis dorthin war es von San Francisco runde vier Stunden Fahrt- vor allem durch viel Nichts. Das Auto holte ich am Flughafen ab und stürzte mich in die riesigen Verkehrsadern, die um diese Metropole fließen. Gott sei Dank hatte ich ein Navi, da ich mir schon in Washington eine Simkarte geholt hatte, und die freundliche Google Stimme leitete mich durch das Chaos, wofür bei uns beiden höchste Konzentration nötig war. Auf den sechsspurigen Freeways fährt und überholt nämlich jeder von wo und wann er will. Hier und dort zweigen rechts oder eben auch links mal eine, mal zwei, oder mal drei und dann später eine Spur(en) ab, und um endlich aus dem Gewirr Richtung Inland zu kommen ist abwechselndes Rechts- und Linkshalten gefordert. Schließlich führte nur noch eine Straße geradeaus und Google und ich waren hochzufrieden. Rundherum war alles lange Zeit ziemlich kahl und trocken, und erst als die Berge der Sierra Nevada näher kamen gab es plötzlich auch wieder Wald und grün. Das Hostel lag ebenfalls umstanden von Pinien und war recht gemütlich, außerdem traf ich dort einige nette Leute, mit denen ich mich schonmal über die Top-Sights im Park austauschen konnte.

 

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Am nächsten Morgen stand ich also früh auf und verbrachte einen ganzen Tag im Yosemite. Als erstes fuhr ich auf den Glacier Point, von dem man einen tollen Ausblick über den charakteristischen „Half Dome“, sowie über das Yosemite Valley hat. Theoretisch auch über diverse Wasserfälle, aufgrund des trockenen Sommerklimas waren jedoch einige ‚ausser Betrieb‘… Nicht so die Vernal Falls und die Nevada Falls, und im Anschluss an einen kleinen Spaziergang in der Nähe des Viewpoints fuhr ich hinunter ins Valley und machte eine schöne Wanderung zu besagten beiden Wasserfällen, die ich vorher von oben gesehen hatte. Angesichts der Tatsache, dass ich erst gegen 16 Uhr aufbrach und ich den ein oder anderen Stop zum fotografieren und baden einlegte, stand die Sonne bereits sehr tief, als ich oberhalb des oberen Wasserfalls nochmal die Füße ins Wasser hielt. Unterwegs hatte ich einen anderen Deutschen getroffen und gemeinsam machten wir uns in der Dämmerung wieder auf den Weg nach unten. Auf dem letzten Drittel brauchte man dann wirklich die Handy Taschenlampe (was anderes hatte ich nicht dabei, die Stirnlampe lag brav im Hostel) und als ich schließlich wieder am Auto war, war es stockfinster und sternenklare Nacht. Auf dem Weg hinaus aus dem Park habe ich dann nochmal bei einem Viewpoint gehalten, und den Anblick der Sterne genossen- die Milchstraße war deutlich zu sehen und das ganze Firmament übersäht mit Sternen, die man sonst nicht sieht. Die Fahrt zurück ins Hostel zog sich dann allerdings wie Kaugummi, und als ich gegen elf endlich mein Feierabendbier trinken konnte war ich reichlich platt!Mein Zeitplan war wie gesagt stramm, daher ging es nach der zweiten Nacht wieder zurück an die Küste, vorher jedoch besuchte ich noch Cedar Grove (?) ein Waldstück, durch das man einen kleinen Hike zu einigen Sequoias machte.  Der wohl deutlich eindrucksvollere „Mariposa Grove“ war leider „closed for renovation“ … was auch immer das für ein Stück Wald zu bedeuten hat…, daher blieben dies die einzigen Mammutbäume, die ich im Yosemite zu Gesicht bekam.


Leider hat dieser Ausflug zu einer unglücklichen Verkettung der Ereignisse geführt… Mein iPhone diente mir ja im Auto immer als Navi, und ich muss wohl, als ich es in die Tasche steckte nicht darauf geachtet haben, ob es tatsächlich aus war. Als ich jedenfalls nach 100m gehen noch mal schnell die Uhrzeit checken wollte, bot sich mir ein ungutes Bild: alle Icons wackelten und eingeblendet war die Frage, ob ich den Facebook Messenger wirklich löschen wolle… äh – nein…!? Mir schwante nichts Gutes, und tatsächlich: ich hatte es allen Ernstes geschafft, die Apps Whatsapp und Threema mitsamt allen Chatverläufen (…e v e r…) vom Handy zu löschen… in der Hosentasche!  Ein Backup, welches ich zumindest in New York zu machen geglaubt hatte entpuppte sich als nicht existent, und in Ermanglung irgendwelcher cloud-backups hieß es also nun tatsächlich: tabula rasa! Bitter! Wiederum vier Stunden ging es zurück an die Küste- tatsächlich noch ohne konkreten Plan, wo ich die Nacht verbringen würde. „Schlimmstenfalls schlaf ich halt im Auto…“ – der Wunsch, wie in Kanada einfach der Nase nach zu fahren, war stark, und ich hatte keine Lust meiner Tour ein vorgezeichnetes Raster aus Übernachtungen aufzuzwingen- um mich nicht mit Verpflichtungen und Terminen zu stressen…
Leider ist das Ganze dann etwas ins Gegenteil gekippt. Ohne Campervan und mit zudem omnipräsenten „ No overnight parking“-Signs würde ich eine Nacht im Hostel in der Regel vorziehen, zumal vor und nach der Nacht endlose Stunden hinterm Lenkrad liegen könnten… Hostels entlang des Pacific Coast Highways sind jedoch vor allem Zweierlei: rar und voll! Als ich nach der Hälfte der Fahrt Richtung Küste dann endlich auch mal wieder Handynetz hatte (… T-Mobile USA ≠ T-mobile Deutschland…) fand ich schnell heraus, dass die zwei Hostels in Santa Cruz voll waren. Allerdings hatte ich Glück: das „Pigeon Point Hostel“ ein Stück weiter nördlich hatte Platz im Dorm und zwei Stunden später checkte ich dort ein. Das Hostel war toll gelegen, direkt an der Felsenküste des „Pigeon Point“, unmittelbar neben dem dortigen Leuchtturm! Mehrere kleine Häuschen mit ein paar Zimmern, Küche und Wohnzimmer duckten sich an der zugigen Kante und das raue Seeklima verhalf dem Ort zu einer sehr gemütlichen Atmosphäre.

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Am nächsten Tag fuhr ich dann nachmittags nach Santa Cruz rein, wo mich Elisabeth (die Dänin aus San Francisco) für eine Nacht auf ihrem Sofa einquartieren würde. Für die Zeit ihres nun beginnenden, dreimonatigen Auslandsstudiums hatte sie eine Wohnung über Air B’n’B gemietet. Diese lag ziemlich zentral in Santa Cruz und gehörte wohl einer Künstlerin. Wie auch die umliegenden Wohnungen war sie sehr kreativ entworfen und eingerichtet, und hatte mit ihrer Detailverliebtheit etwas Urgemütliches.
Nach kurzer Rast zogen wir los, durch die Pacific Avenue , die Haupt-Flaniermeile, runter ans Wasser zum dortigen Pier der „Fisherman‘s Wharf“ und dann auf den „Santa Cruz Beach Boardwalk“, einem großen Vergnügungspark mit Automatenhölle und Fahrgeschäften direkt an der Promenade. Eine der Hauptattraktionen ist der „Giant Dipper“ eine Holzachterbahn, die schon über 100 Jahre alt ist. Natürlich musste ich da drauf, und die Fahrt war überraschend schnell und fetzig, und eine ziemliche Gaudi! Als zweites bin ich auf so ein ulkiges Gerät gegangen, wo man wie ein Drachenflieger auf dem Bauch liegt und im Kreis geschleudert wird- das war auch lustig! Da Elisabeth am nächsten Morgen nochmal nach San Francisco musste stand ich schon ziemlich früh wieder auf der Straße. Ich nutzte die Zeit, um in Ruhe meine Laundry zu machen und ging danach in eine hübsche kleine Kirche in den Gottesdienst.
Nach einem weiteren Besuch bei hohen Bäumen im „Henry Cowell Redwoods State Park“ musste ich dringend einen Plan für die kommende Nacht machen und eigentlich wollte ich gar nicht noch eine Nacht in Santa Cruz bleiben. Doch das Hostel in Monterey, der nächsten logischen Station, war voll und auch der nette Pigeon Point war dicht. Außer dem Santa Cruz HI gab es sonst im erfahrbaren Umkreis sonst gar nix und die Motels  fingen erst bei 150 Dollar an. Also landete ich schließlich für 110 Dollar die Nacht bei einem Einzelzimmer im HI Santa Cruz und hatte in dem Moment schon das sichere Gefühl, dass ich im Auto hätte pennen sollen. Dieses wurde quadriert, als ich in den drei Minuten, in denen ich das Auto unmittelbar vor dem Hostel abstellte, in Spuckweite eincheckte und einen Parking Permit kaufte, der mir das Abstellen des Fahrzeugs in einer Parkuhr-Area erlaubt, allen Ernstes ein 60 Dollar Ticket für das Parken in einer Resident-Area kassierte. Offenbar hatte die Knöllchen-Tante hinter der nächsten Hecke gewartet, und muss mit Vollgas in ihrem Golfkart davongedüst sein, anders kann das zeitlich kaum hinkommen. Das würde eine teure Nacht- man kann sich ausmalen, wie mir zu Mute war. Das gelangweilte Mädchen am Empfang sah mich nur aus endlos hohlen Augen an und lies Allgemeinplätze los- von der war keine Hilfe zu erwarten.
ich beschloss das ganze anzufechten, allerdings war überflüssigerweise am nächsten Tag auch noch Labour Day- ein Feiertag, und somit das Office zu- und noch einen Tag würde ich hier sicher nicht bleiben…
Die deutsche mit-Travellerin, die sich abends noch verständnisvoll meine Geschichte anhörte traf ich am nächsten Morgen aufgelöst vor der Küche- sie hatte mal ihr länger abgestelltes Auto aufgesucht und hatte unterdessen gleich zwei Knöllchen an der Scheibe! Selbstverständlich war ihr Auto ebenfalls mit dem im Hostel erworbenen Parkuhr-Permit ausgestattet – Pech für sie nur, dass ihre Parkuhr eine Rote Tüte übergestülpt hatte und sich damit – mir nichts dir nichts – vom Parkuhr-Space in einen ‚Resident-Space‘, ‚absolutely-no-parking-EVER-(erst-recht-no-overnight-parking)-Space‘ oder gar einen ‚Parking-only-jeden-dritten-Karfreitag-Space‘ verwandelte…!
Es war an der Zeit dieses Santa Cruz mitsamt seinem bizarren Parksystem schleunigst zu verlassen- für Touristen ist hier offenbar kein Platz!

Die nächst größere Stadt, Monterey, ließ ich links liegen und fuhr auf die danebenliegende Halbinsel, wo die Örtchen Pacific Grove und Carmel durch den sogenannten ‚17-Mile-Drive‘ die Küste entlang verbunden sind. Diese private Straße kostet Eintritt und soll spektakuläre Ausblicke nach jeder Kurve bieten… Es war wirklich nett, doch etwas überbewertet. Da ich pflichtbewusst mit den ganzen anderen Japanern an jedem Pullout rausfuhr und die Szenerie auf mich wirken lies, brachte ich eine ganze Weile auf dieser Straße zu. Auch im überlaufenen Örtchen Carmel blieb ich etwas länger und sah den spielenden Delfinen in unmittelbarer Strandnähe zu- ein richtig gutes Foto wollte mir aber nicht gelingen, dafür waren sie immer zu schnell!

Dann ging es weiter nach Big Sur. Die nächste Unterkunft, die ich hatte auftreiben können lag jedoch hinter dem gesamten Big Sur Areal, im Ort Cambria. Das war etwas unpassend, ist Big Sur doch eigentlich ein Highlight, in dem es eine Menge Parks zu entdecken gibt, und ich stellte mich schon darauf ein, am nächsten Tag nochmal ein ganzes Stück zurück zu fahren. Aufgrund der Buschfeuer, die zu der Zeit unweit der Gegend im Hinterland tobten, waren allerdings sämtliche Parks in Big Sur bis auf weiteres geschlossen, und das einzige was zugänglich war, war der so genannte Purple Beach. Der war zwar hübsch, aber halt irgendwie nicht so wirklich purple. Vielleicht an ein paar Stellen. Mit viel Phantasie. Highlight in dieser Region sind definitiv die steilen Felsküsten, über die auch einige Bogen-Brücken gehen, wie die Bixby Brücke, welche 1932 von Häftlingen gebaut wurde- recht so!

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Meine Unterkunft in Cambria, das Bridgestreet Inn, war ausgesprochen gemütlich und ich verlängerte spontan um eine Nacht, weil dies ein wunderbarer Platz war, um mal etwas durchzuschnaufen.  Tags drauf sah ich mir das „Hearst Castle“ an, das Anwesen, dass der Medienmogul William Randolph Hearst sich Anfang des vergangenen Jahrhunderts auf einem der Hügel im Hinterland errichten ließ. Ohne eine Guided-Tour (… und die freilich nur gegen eine ‚geringe Gebühr‘) kommt man nicht mal in die Nähe, sondern sieht „La Cuesta Encantada“ (was wohl so viel heißt wie ‚der verzauberte Hügel‘) oder ‚the ranch‘ wie Hearst selber es gerne nannte, nur wie eine gotische Kathedrale auf dem Hügel thronen. Ich war zunächst relativ ahnungslos, was es mit Mr. Hearst und dem Castle eigentlich auf sich hatte. Ein Amerikaner den ich traf hatte mir einige Tage zuvor gesagt, es wäre zwar cool, aber wir in Deutschland hätten ja jede Menge Schlösser, daher wäre es wohl nichts besonderes für mich. ‚The Ranch‘ ist allerdings mitnichten ein altes Schloss – es ist der steingewordene Traum eines sehr reichen Mannes und Kunstsammlers, der sich auf diesen Hügeln seine ganz persönliche Kitsch-Version europäischer Bauwerke verschiedener Epochen kombiniert mit  mediterraner Romantik errichten ließ. Und das wiederum klang in meinen Ohren ziemlich cool!

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Das Schloss liegt umgeben von weitläufigem Ranchland, auf dem Hearst alle möglichen exotischen Tiere hielt, die Besucher auf dem Weg nach oben bestaunen konnten. Davon übrig geblieben sind wohl tatsächlich ein oder zwei Zebras, die man bisweilen irgendwo grasen sehen kann. Dominiert wird das Anwesen von einer Art Kathedrale, die im Inneren jedoch ein Wohnhaus ist, und auf mehreren Etagen Hearsts Büroräume, private Gemächer und die Räume enthält, in denen der gute Mann seine Gäste unterhielt. Und Gäste gab es hier eine Menge! Politiker und alles was in der High Society Rang und Namen hatte traf sich hier regelmäßig zu ausschweifenden Feten. Insbesondere Filmstars der Stummfilmzeit wie etwa Charlie Chaplin wurden oft eingeladen, schließlich war Hearst eine feste Größe in Hollywood.
Auf der Führung durfte man fast nichts anfassen und musste immer brav auf dem grünen Walkway- Teppich laufen, denn beinahe die ganze Einrichtung ist antik. Römische Statuen, Wandteppiche, Kassettendecken, ja ganze Chorstühle aus europäischen Kirchen sind Teil der Einrichtung. Eine materialistische Kitsch-Orgie! Rittersaal, Billardzimmer, Kino, römisches Indoor Schwimmbad, und ein großes Außenbecken im griechischen Look, umstanden von Zypressen und griechischen Säulen, welches leider grade renoviert wurde. ‚Guesthouses‘ finden sich rundherum, und sind verbunden durch einen  kleinen Park.  Alles in allem ein wirklich lohnender Besuch, und man kann sich ein bisschen treiben lassen durch die Traumwelt dieses reichen, alten Mannes.

Am Nachmittag besuchte ich noch den Strand, an dem sich die Seeelefanten gerne sonnen. Ziemlich große Viecher, die zwar die meiste Zeit recht teigig herumliegen, im Zweifelsfall aber wohl relativ schnell und bissig sein können. Daher war alles abgesperrt und es gab viele Schilder, die eindringlich davor warnten sich den Tieren zu nähern.Mein nächster Halt am Folgetag war Santa Barbara, und auf dem Weg dahin besuchte ich noch einige mäßig spektakuläre Sights wie die Morrow Bay (großer vulkanischer Felsen im Meer und Nebel, gutes Clam Chowder), oder ein wüstenhaftes Dünenfeld, was sicher auch toll anzusehen gewesen wäre, wäre nicht auch hier Nebel gewesen. Überhaupt war das das Muster des Tages: wenn ich im Auto saß – Sonne, näherte ich mich dem Nächsten Stop – Nebel.
Ein Highlight war noch das dänische Dorf Solvang,  wo Fachwerkhäuschen und Windmühlen merkwürdig deplatziert in den kalifornischen Hügeln stehen.Da mir mittelfristig etwas die Zeit davon lief (und das auf ner Weltreise…), hatte ich nur noch fünf Nächte an der Küste eingeplant, bevor es rüber nach Arizona, Utah und Nevada gehen sollte. Eine Nacht in Santa Barbara, zwei in LA und zwei in San Diego.


In Santa Barbara machte ich mit zwei lustigen Au-pair-Mädels einen Hike ins Hinterland und besuchte die obligatorische Fischermans Wharf. Lange Holzstege mal mit, mal ohne Vergnügungspark gehören in dieser Gegend einfach zum guten Ton! Das Hostel war klein und ganz gemütlich und ich traf dort einige nette Leute, unter anderem ein französisches Pärchen, mit dem ich mich einige Tage später in Hollywood nochmal treffen sollte. Etwas aus dem Rahmen fielen die zwei chinesischen Pärchen mitte 50, die ebenfalls im Hostel unterkamen, und allem Anschein nach auch eine Rundreise durch Kalifornien machten. Bemerkenswert war, dass sie- und ich übertreibe nicht- nicht eines einzigen Wortes der englischen Sprache mächtig waren. Einmal sprach ich einen von ihnen an, um ihn zu fragen, ob das zufällig ihr Auto sei, das grade die Ausfahrt des Parkplatzes zugeparkt hatte. Nach einer ratlosen Antwort auf Chinesisch nahm er sofort sein Smartphone zur Hand, startete eine App, und bedeutete mir, die Frage dem Telefon erneut zu stellen. Dieses wiederholte mein Anliegen nach kurzer Bedenkzeit auf Mandarin. Ein großes Hallo- und andersrum: aus random chinese words extrahierte das Handy: „No, it’s not my car“! Faszinierende Technik- der Babelfisch ist nicht mehr weit! Ebenso faszinierend, dass die Gruppe sich anscheinend ausschließlich auf diese Weise durchschlug!Auch die örtliche Haupt-Touristenstraße bin ich mal ein Stück rauf und runter gestiefelt, eher aus Pflichtbewusstsein denn aus Interesse – alles irgendwie ähnlich!
Also weiter Richtung LA. Unterwegs ein Zwischenstopp in Malibu- das irgendwie so gar kein richtiges Zentrum hatte (außer einer öden Mall) und wo weder The Hoff noch Pamela Anderson grade on duty waren. Bedauerlich. An der Küste entlang gelangte ich schließlich nach Santa Monica, einem der Strandorte des Großraums Los Angeles. Hier war einiges los und obwohl das Meer eher rau und kühl war, gingen einige Leute ins Wasser. Auch hier gab es die aus Baywatch bekannten Lifeguard Türme. Bekannt  ist Santa Monica für seinen großen hölzernen Pier, auf dem sich ein Vergnügungspark befindet. Außerdem tummeln sich hier Straßenkünstler und Sänger- mal mehr, mal weniger gut. An dem  Abend strömten die Massen zu einem Open Air Konzert hierhin, aber so lange konnte ich nicht bleiben, denn ich hatte noch einige Zeit in der Rush Hour vor mir, und wollte dann auch nicht all zu spät in meiner nächsten Bleibe, dem Banana Bungalow Hostel in Hollywood ankommen.
Also mal wieder hinein, in die elenden, verstopften Verkehrsadern. Stau auf sechs Spuren- God bless America.

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Das Hostel war praktisch gelegen- auf dem Hollywood Boulevard, jener Straße, auf der ein paar Blocks weiter der berühmte „Walk of Fame“ beginnt. Am nächsten Morgen allerdings ging es zunächst einmal in die Universal Studios. Im Vorfeld hatte ich immer gedacht, das wäre tatsächlich eher so eine Art informativer Studiorundgang, und man würde Filmsets und Requisiten besichtigen- als ich das erste Mal die (atemberaubenden) Preise im Internet nachschaute wurde schnell klar: in erster Linie ist es ein großer Vernügungspark mit jede Menge Fahrgeschäften- und einer kleinen Studio Tour. Um so besser. Mit dem französischen Pärchen aus dem Hostel in Santa Barbara hatte ich mich gegen neun dort verabredet, allerdings standen sie im Stau und es war klar, es würde wohl eher zehn bei ihnen werden. Daher ging ich schon mal rein und geriet in der Schlange an ein wiederum  französisches Mädel, mit dem ich den halben Tag verbrachte. Harry Potter, Transformers, Jurassic Park, die Mumie… um nur einige zu nennen… eine Menge Filme hatten ihre eignen Attraktionen. Mal ultra- high-tech Kombinationen aus 3D Kino, Bewegungssimulator und tatsächlicher Achterbahn wie Transformers, mal ein Old-School-Animatronik Ride wie Jurassic Park. Hier fährt man mit einer Wildwasserbahn durch den Jurassic Park und die Gummi-Dinos erinnern ein wenig an alte Zeiten im Phantasialand. Das habe ich sogar ein zweites Mal gemacht- als ich ganz am Ende noch etwas Zeit hatte, und meine französischen Freunde noch andere Rides „abarbeiten mussten“. Leider eine schlechte Idee. Ichlandete in der ersten Reihe des Floßes, und je nach dem wie die beladen sind, tauchen die Dinger bei der einen schnellen Talfahrt die sie machen schlichtweg mit dem Bug unter. So unglücklicherweise auch bei dieser Fahrt. Als würde mir jemand eine Badewanne voll Wasser übergießen war ich sofort komplett (!) durchweicht. Das Wasser stand in den Schuhen und auch die Hose war natürlich völlig durchweicht. Hektisch riss ich das Handy aus der Tasche- bisher nur nass von außen! Das fehlte noch! Der Rucksack auf meinem Schoß war zwar auch vollgesogen, doch der Inhalt- wie etwa meine Kamera- war zum Glück nur feucht. Alles in allem also grade noch mal gut gegangen, aber reichlich überflüssig! Zumal die Sonne schon so tief stand, dass ich keine Chance hatte, noch einigermaßen zu trocknen, und es im windigen Schatten dann durchaus etwas kühl wurde. Abgesehen davon war es aber ein super Tag.

 

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Für den nächsten Morgen stand das knallharte Hollywood Programm auf dem Plan: einmal den „Walk of Fame“ rauf und runter, und irgendwie näher an das Schild herankommen. Das mit den Sternen ist schon nett, aber insgesamt ist der „Walk of Fame“ meiner Meinung nach deutlich overrated! Teilweise  etwas heruntergekommen, und irgendwie eine klassiche „Tourist Trap“. Es steht teilweise ungelogen alle fünf Meter eine, mehr oder weniger zwielichtige Gestalt, die einem irgendeine Kostenpflichtige Tour andrehen will. Es hatte etwas von den ‚Hey-my-friend-you-want-massaaaage-ladies‘ in Thailand, die sich nicht zu schade sind, eben diese Frage trotzdem zu stellen, obwohl sie mit angesehen haben, wie man die 20 vorherigen Angebote ausgeschlagen hat.„Sterne gucken“ geht natürlich zu Fuß auch viel besser, und ich habe mich bemüht möglichst alle, an denen ich vorbei kam, auch zu lesen. Von den coolsten wollen natürlich alle ein Foto machen, und so gibt es bei Sternen wie dem von Michael Jackson auch mal kurze Schlangen.  Vor so einem China-Style Kino sind die ganzen Hand- und Fußabdrücke und Unterschriften im Zement, und es ist ganz lustig, mal in den Fußstapfen eines Hollywoodstars zu stehen. Dann gibt es noch das Dolby Theater, wo immer die Oskar Verleihungen abgehalten werden, und in dem ganzen Areal ist es ein wenig so wie am Time Square: halbnackte Menschen oder solche mit Superheldenkostüm posieren fürs Foto- gegen eine geringe Gebühr natürlich. Alles irgendwie ganz lustig, aber bei weitem nicht so schillernd und protzig, wie man immer meint. Vielleicht habe ich in den Wochen USA aber auch einfach schon so viele bunte Lämpchen, Klischees und aufgesetzte Show und Freundlichkeit gesehen, dass es mich einfach nicht mehr so beeindruckt. Also weiter zum Hollywood Sign. Das wiederum faszinierte mich dann doch, ist es doch seit je her eine Ikone für die ganze Show Fabrik, und man hat es schon so oft auf Bildern gesehen. Vom Dolby Theater aus habe ich es schon von Ferne gesehen, aber ich wollte doch versuchen, näher ran zu kommen. Irgendwo hatte ich gelesen, dass das vom Griffith Observatorium aus möglich sein sollte. Von einem Hügel neben dem Observatorium war es zwar dann etwas besser zu sehen, aber so richtig nah war das auch nicht. Allerdings pilgerten viele Leute über die Hügel in Richtung des Schildes. Also habe ich mich da mal angeschlossen- und war im Endeffekt gut drei Stunden in der sengenden Sonne unterwegs, um hin und zurück zu kommen. Wirklich nah war auch das dann nicht, aber auf jeden Fall gut genug. Vor allem angesichts dessen, dass mir der „Spaziergang“ schon etwas den Zeitplan zerschossen hatte, schließlich musste ich noch nach San Diego. Auf dem Rückweg zum Auto hatte man nochmal einen schönen Ausblick über Downtown Los Angeles und seine bekannte Skyline. Trotzdem merkte ich ganz genau- ich musste da nicht hin! Ich hatte fürs erste genug von den staubigen Downtowns, den immer gleichen Wolkenkratzern, dem Straßenlärm und der amerikanischen Stadtkultur! Irgendwie ähnelt es sich dann doch auch sehr.

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Zurück an der Küste stattete ich noch dem verrückten Venice Beach einen kurzen Besuch ab! Hier gibt es den, unter McFit-Trainierenden zur Genüge bekannten „Muscle Beach“, eine Art Fitness-Studio am Strand, wo ich natürlich auch brav ein paar Klimmzüge absolvierte. Abgesehen von dem durchaus hübschen Strand ist die eigentliche Attraktion die Strandpromenade. Hier reihen sich die verschiedensten Ramschläden und Shops nebeneinander, es gibt Straßenkünstler und Live Musik.

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Zwei Dinge haben mich besonders beeindruckt! Zum einen war das die „Praxis“ der „Green Doctors“. Dazu muss man wissen, dass Marihuana in Kalifornien legal bezogen und konsumiert werden kann, sofern dafür eine medizinische Indikation besteht. Und hier kommen die „Green Doctors“ ins Spiel. Für nur 40 Dollar kann man hier wohl die Erstuntersuchung durchführen lassen, die -behaupte ich jetzt mal ganz gewagt, zu einer Verordnung für medizinisches Marihuana führen wird.

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Das zweite Highlight war ein griechischer Imbiss dessen Namensgebung nicht ehrlicher hätte ausfallen können:

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Das wollte ich eigentlich durch den Kauf eines Pita Gyros honorieren, doch wie bitte? 10 $ und mehr…? Malakes!

 

Also weiter nach San Diego, dem letzten Stopp in Kalifornien. Dort war ich noch zwei Nächte in einem recht rustikalen Hostel direkt am Strand eingebucht. Eine der Hauptattraktionen in San Diego ist das SeaWorld, und dort verbrachte ich den nächsten Tag. Ich wollte vor allem wegen der (in den Augen mancher wohl fragwürdigen) Orca-Shows dahin, und das hat sich auf jeden Fall auch gelohnt- die Show war richtig cool! Die Killerwale waren total beeindruckend und es war faszinierend zu sehen, wie sie genau passend zu dem, was der Trainer erzählte, ihre Kunststücke vollführten. Natürlich wurde ständig betont wie ausnehmend gut es alle Tiere im SeaWorld haben, und welche Großtaten man doch alle im Bereich Artenschutz und Forschung schon vollbracht habe. Auch das SeaWorld ist eher sowas wie ein Vergnügungspark, als ein reines Aquarium. So gab es einige spaßige Achterbahnen, Themenparks und Shows. Störend war nur, dass beim Eintritt der Rucksack gefilzt wurde- nach Essen! Das war nämlich nicht gestattet. Ich bin mir gar nicht mehr sicher ob irgendwelche fadenscheinigen „Security reasons“ vorgeschoben wurden, aber selbstverständlich ging es nur darum, den Gewinn für die zahllosen überteuerten Fressbuden im Park zu maximieren. Und davon gab es einige. Ich würde sogar behaupten, es gab weniger Tiere/Tierattraktionen als Fressbuden und Souveniershops im ganzen Park, was dem Erlebnis eine besondere amerikanische Authentizität verlieh. Das Gaslamp Quarter, sowas wie die „Altstadt“ von San Diego und die „Old Town San Diego“, eine Art Freilichtmuseum mit Gebäuden aus den Anfängen der Besiedlung, besuchte ich mit einem wiederum französischen Mädel aus dem Hostel. Tatsächlich habe ich auf der Reise das, leider vorher ziemlich eingerostete, Französisch wieder ganz ordentlich aufpolieren können. Denn ähnlich wie wir Deutschen sind die Franzosen auch überall! Und die French Canadians kommen noch dazu.Am Nachmittag hieß es dann ‚Good Bye California‘, und ich machte mich auf Richtung Arizona, Utah und Nevada, zum Grand Canyon, Bryce Canyon und schließlich nach Las Vegas. Aber davon beim nächsten Mal mehr!

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Ein Gedanke zu „California Cruising“

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